Heute wollte ich eigentlich eine halbe Stunde länger schlafen, weil die nächste Etappe kurz sein wird. Aber mit diesem "Schnarchmonster" in der Bude war es nicht möglich, noch länger im Schlafsack zu liegen. Also Rucksack packen, zum Frühstück einen Kaffee und Franz hat noch Brot und Marmelade in seiner Reserve. Das Wetter war besser. Dennoch war es eisig kalt, als ich gestartet bin. 13 km bis Reliegos. Alles neben der Autostrasse. Es war einfach nur LANGWEILIG - langweiligstens! Plötzlich kam rechts ein Zug daher, das war ja spannend, ich zählte die Wagen, freute mich über die Abwechslung und schon war der Zug verschwunden. Die ganze Landschaft war flach, ich wusste nicht, wie und wo ich da "austreten" könnte. Es hat auch keine Toi-Toi-Häuschen, also keine Chance. Ich laufe weiter. Irgend einmal sehe ich ein Dorf und das Schild "Reliegos". Juhui, eine Bar, vor der Bar ein Rucksack! Franz ist bereits hier und hat gerade meinen Kaffee bestellt und bezahlt. Das war wirklich ein Aufsteller. Dann gings weiter nach Mansilla de las Mulas. Genau das gleiche langweilige Muster wie vorher.
Irgendwo habe ich mit Denken aufgehört, bin nur noch gelaufen, trapp trapp trapp. Dann plötxlich bin ich über einen Stein gestolpert, fiel der Länge nach auf den so langweiligen Weg und mit dem Rucksack stürzt man anders. Doch ich hatte Glück! Am Knie habe ich einen "Blätz" und sonst weiters ist nichts passiert. Für die arg verschmutzten Kleider gibt es in der Herberge in Mansilla de las Mulas eine Waschmaschine und einen Trockner. So können Franz und ich morgen mit sauber gewaschenen Kleidern nach Leon laufen und dort den Ostersonntag feiern.
Hier in der Herberge fägts - es kommen alle die Menschen, welche ich schon mehrmals angetroffen haben und so gibt das einen lustigen Nachmittag.
Ganz liebe Grüsse von eurer Ursula